Das Chilehaus in Hamburg

Nur etwa 10min Fußweg vom Hotel Senator Hamburg entfernt befindet sich einer der imposantesten Bauten der Hansestadt: das Chilehaus.

Das zehnstöckige Kontorhaus ist ein repräsentatives Beispiel für den Backsteinexpressionismus der 1920er Jahre. Durch seine unkonventionelle Architektur ist es eine weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannte Sehenswürdigkeit.

Erbaut wurde das Chilehaus vom Hamburger Kaufmann Henry B. Sloman, der durch den Handel mit Salpeter in Chile zu einem wohlhabenden Mann wurde. 1912 galt Sloman mit einem Vermögen von 60 Millionen Mark sogar als reichster Hamburger.

Das Chilehaus in Hamburg

Foto: Lumu

Von 1922-1924 wurde das Chilehaus nach den Plänen von Fritz Höger erbaut. Auf einer Grundfläche von 5.950 Quadratmetern entstanden so knapp 36.000 Quadratmetern Nutzfläche auf bis zu zehn Stockwerken. Der Bau ist eines der ersten Hamburger Hochhäuser. Besonders markant ist die Gebäudespitze nach Osten: Europas spitzester Fassadenwinkel erinnert an einen imposanten Schiffsbug. Aufgrund seiner geschwungenen Fassade und den zurückgesetzten oberen Stockwerken wirkt das Chilehaus trotz seiner Größe leicht und anmutig – und die Steine der künstlerisch ausgefeilten Klinkerfassade funkeln je nach Wetter in einem anderen Licht. Erbaut wurde es aus 4,8 Millionen Backsteinen typischem norddeutschem dunklem Klinker, die Sloman einem Architekten abkaufte.

Das Chilehaus erhielt seinem Namen nach einer Hamburger Tradition: Es war üblich, Kontorhäusern einen Namen zu geben. Da jedoch die Reederei Rob. M. Sloman ihr Kontorhaus am Baumwall bereits Slomanhaus genannt hatte, entschied sich Sloman sein Haus in Erinnerung an seine 32-jährige Tätigkeit in Südamerika den Namen Chilehaus zu geben.
In die Innenhöfe des Gebäudekomplexes gelangen Besucher durch einen Torbogen inmitten des Hauses. So wird die Straße Fischertwiete in das Gebäude “eingebettet”.

Im Innenhof und entlang der Häuserfluchten befinden sich zahlreiche Geschäfte, Galerien, Cafés und angesagte Restaurants. Blickt man aus den Fenstern des Chilehauses in südliche Richtung, erhält man einen reizvollen Ausblick auf den Freihafen, die Speicherstadt und die Bauten der HafenCity.

Bis Mitte der 1980er Jahre war das Chilehaus im Besitz der Familie Sloman. Seit 1983 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und ist inzwischen auf die Weltkulturerbe Liste der UNESCO aufgenommen worden.

Adresse
Fischtwiete 2, 20095 Hamburg

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