Das Rathaus Hamburg

Hamburger Rathaus

Foto: © Daniel Schwen

Im Zentrum der Hansestadt steht ein hanseatisch-untypisches Gebäude: das Rathaus. Der beeindruckende Prachtbau aus Sandstein, Granit und hohen Kupferdächern ragt in den Himmel und mutet mit seinen verschiedenen Baustilen fast wie ein Schloss an. Das am Rathausmarkt stehende Gebäude ist vermutlich das sechste Rathaus der Hansestadt. Nachdem im großen Brand von 1842 das alte Hamburger Rathaus gesprengt wurde und völlig abbrannte, dauerte es 55 Jahre, bis der neue Sitz der Hamburger Bürgerschaft zum ersten Mal genutzt werden konnte.

Das 1897 eingeweihte neue Rathaus verfügt über 647 Zimmer, steht auf über 4.000 Eichenpfählen und ist ein Beispiel des Historismus in Deutschland: Italienische und norddeutsche Renaissance-Elemente wurden mit gotischen und barocken Bauweisen zu einem harmonisch wirkenden Gesamtbild zusammengefügt. Ein besonderer Blickfang ist der Rathausturm, der von einem goldfarbenen Reichsadler gekrönt wird.

Über dem Haupttor steht in Lateinisch: „Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas“ („Die Freiheit, die die Vorfahren errungen haben, ist es wert, dass die Nachwelt sich darum bemühe, sie zu erhalten“).

Festliche Innenansichten

Schreitet man durch das Tor gelangt man in die frei zugängliche Diele. Sie wird von 16 Sandsteinsäulen, die mit Porträts von verdienten Hamburgern verziert sind, getragen. Hier beginnen die öffentlichen Führungen durch das Rathaus. Zwei große Treppenhäuser führen von der Diele in den Senats- bzw. Bürgerschaftsflügel.

Die Bürgerschaft ist ein sogenanntes „Feierabendparlament“ da die Parlamentarier noch anderen Berufen nachgehen. Sie tagt jeden zweiten Dienstag im Plenarsaal. Die Sitzungen sind öffentlich, sodass Politik, nach Anmeldung, hautnah miterlebt werden kann.

Im ersten Obergeschoss finden sich noch weitere repräsentative Säle. Der große Festsaal ist 46 Meter lang, 18 Meter breit und 15 Meter hoch. Die Wände sind von fünf gewaltigen Gemälden, die die Geschichte Hamburgs von 800 bis 1900 zeigen, geschmückt. An der Decke hängen drei gewaltige Lüster, die jeweils 1500 Kilogramm wiegen. Im Festsaal findet alljährlich das älteste Festmahl der Welt, die Matthiae-Mahlzeit, statt.
Der Phoenix-Saal erinnert an den großen Hamburger Brand und feiert das Rathaus als Höhepunkt des Wiederaufbaus der Stadt. Ein Gemälde über dem Kamin zeigt Hammonia, eine Frauenfigur, die die Stadt Hamburg repräsentiert, über den Trümmern der Stadt. Der namensgebende Phoenix erhebt sich über dem Bild.
Der Kaisersaal erhielt seinen Namen aufgrund des Besuches von Kaiser Wilhelm II. anlässlich der Einweihung des Nord-Ostsee-Kanals 1895 und ist dem Handel und der Seefahrt gewidmet. Empfänge, wie der öffentliche Neujahrsempfang, und Feiern zu besonderen Anlässen werden im Turmsaal gegeben.

Der Innenhof

Hamburg Rathaus: Brunnen

Foto: © Rami Tarawneh

Im Innenhof des Rathauses findet sich der Hygieia-Brunnen. In der Mitte befindet sich die Bronzestatue der Hygieia, die Gesundheit symbolisiert. Sie steht auf einen Drachen, der die große Choleraepidemie von 1892 allegorisch darstellt. Auch praktisch steht dieser Brunnen für Hygiene, da sich in seinem Sockel die Einlässe des Belüftungssystems des Rathauses befinden.

Führung Rathaus Hamburg

Besucher der Stadt und Interessenten, die an einer Rathaus-Führung teilnehmen möchten, können sich unter dem Info-Telefon 040-428 31 24 70 bzw. für Gruppen unter 040-428 31 20 64 informieren und anmelden.

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