Sankt Michaelis – “Michel”

Der Michel ist das Wahrzeichen Hamburgs. Schon von Weitem kann man den 132 Meter hohen Turm sehen. Auch bei einem Bummel durch die Innenstadt verliert man den Turm mit der unverwechselbaren Kupferhaube nie aus dem Blick. Die evangelische Kirche heißt eigentlich Sankt Michaelis und liegt in der südlichen Neustadt, unweit des Hafen und der Landungsbrücken. Geweiht ist sie dem Erzengel Michael, der als große Bronzestatue über dem Hauptportal steht.

Der Michel gilt als eine der schönsten und bedeutendsten Barockkirchen Norddeutschlands und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Heute steht der dritte Bau der Michaeliskirche: Der Erstbau brannte 1750 durch einen Blitzschlag ab, 1906 lösen Lötarbeiten im Turm einen verheerenden Brand aus, der die Kirche total vernichtete. Der dritte Kirchenbau wurde durch die Bombenangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erst 1952 wieder eingeweiht. Im heutigen Bau sind nur noch der von ansässigen Kaufleuten gestiftete Taufstein aus weißem Marmor und der Gotteskasten aus der zweiten großen Michaeliskirche erhalten.

Hamburger Michel

Der Turm bietet seinen Besuchern von der Aussichtsplattform, die sich 106 Meter über der Elbe befindet, einen der schönsten Ausblicke über die Hansestadt Hamburg. Beeindruckend ist auch die Uhr im Kirchturm, die die größte in Deutschland ist: Die vier Ziffernblätter haben einen Durchmesser von acht Metern, die Minutenzeiger messen fünf Meter, die Stundenzeiger haben immerhin noch eine Länge von 3,60 Meter.
Beindruckend ist aber auch das Innere der Kirche. Der Michel besitzt insgesamt fünf Kirchenorgeln, darunter eine große Steinmeyer-Orgel mit 85 Registern, fünf Manualen und 6.674 Pfeifen, eine romantische Felix-Mendelssohn Bartholdy-Orgel in der Krypta und seit zwei Jahren die Carl-Phillip-Emanuel-Bach-Orgel auf der Südempore. Besucher können während der in der Regel täglich um 12 Uhr stattfindenen Mittagsandacht für 20 Minuten dem Orgelspiel lauschen und das Innere der Kirche auf sich wirken lassen.

Eine besondere Touristenattraktion ist der 300 Jahre alte Brauch des Michel-Trompeters: Täglich um 10 Uhr und um 21 Uhr bläst der Türmer seine Choräle in alle vier Himmelsrichtungen. An Sonn- und Feiertagen auch zusätzlich um 12 Uhr mittags.

Der Michel ist von November bis April täglich von 10 – 18 Uhr, von Mai bis Oktober täglich von 9 – 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Schließung.